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Johanniterstadt in Sachsen-Anhalt
Neue Aufmerksamkeit für Werben

von Katharina Häckl - MDR

Die Stadt Werben in Landkreis Stendal könnte viel früher als bislang angenommen "Johanniterstadt" werden. Martin von Gehren, der Kommendator und damit Leiter der Johanniter in Sachsen-Anhalt, sagte MDR Sachsen-Anhalt, dass sich der Orden bemühe, die freie Grundschule zu übernehmen. Außerdem solle auf dem Ordensgelände ein Seniorenheim entstehen.

Die renovierte Johanniskirche in Werben.

Aber warum Werben? Ab 1160 war die Stadt am Elbufer die Keimzelle der Johanniter für Mittel- und Nordeuropa. Ermöglicht wurde das durch eine Schenkung des Markgrafen Albrecht der Bär. Dieser überließ dem Orden die Kirche und sechs Hufen Land.

Über die Jahrhunderte gehörten die Johanniter ganz selbstverständlich zu Werben - bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Zu DDR-Zeiten konnte sich der Orden jedoch nur heimlich engagieren und Werben versank in der Bedeutungslosigkeit.

Martin von Gehren berichtet über Hilfen des Ordens für die Johanniter im Land: "Während der DDR-Zeit hat der damalige Werkmeister Levin Friedrich von Bismarck zum Beispiel medizinische Geräte hierhergebracht oder einfach nur mal Geld. So hat er konsequent über viele Jahre die Verbindung während der DDR aufrechterhalten." Beliefert wurden zum Beispiel das Stendaler und das Genthiner Krankenhaus.

Kaum Interesse für Werben

Doch auch wenn Werben so etwas wie der Geburtsort der Johanniter in Europa ist: Selbst nach der Wende hat sich für die Stadt und den Ordensstandort kaum einer interessiert.

Erst Ordensritter Hermann Ahlers sorgte mit seinem großen Einsatz für die Johanniskirche dafürDer Leiter der Johanniter in Sachsen-Anhalt Martin von Gehren., dass man im Orden wieder auf Werben aufmerksam wurde. "1993/94 hat er seine Stiftung gegründet und hat dann angefangen, systematisch die Johanniskirche zu renovieren. Ich glaube, das hat unendlich viel für Werben gebracht“, erzählt von Gehren."

Um den heutigen Besitz, allem voran das Romanische Haus, zu sanieren, legen sich die Johanniter gemeinsam mit Vereinen und Kommune ins Zeug. Werben kann das nur recht sein - schon wird darüber diskutiert, sich tatsächlich den Beinamen Johanniterstadt" zu geben.

Rückbesinnung und aktive Arbeit

Martin von Gehren sagt, Druck spüre er nicht: "Das ist eine Win-win-Situation. Wir würden dann - im Gegenzug zu der finanziellen Unterstützung bei der Renovierung des Romanischen Hauses - uns die Möglichkeit einräumen lassen, dort eine ständige Ausstellung über den Orden zu machen."

Das scheint in Werben alles in die richtige Richtung zu laufen: einerseits die Rückbesinnung auf den Ursprung mit dem Romanischen Haus, andererseits die aktive Arbeit des Ordens, nämlich dem Nächsten zu helfen und den Glauben zu verbreiten - das gelänge in der Grundschule.

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